Details

ISBN/EAN: 978-3-7374-0486-0
Einband: Paperback
Weitere Details
Auflage:
1. Auflage 2020
Erschienen am:
Sprache:
Deutsch
Umfang:
352 S.
Format (T/L/B):
2.9 x 21 x 14.1 cm

Hersteller:
Waldemar Kramer im Verlagshaus Römerweg GmbH
verlagshausroemerweg@sigloch.de
Römerweg 10
DE 65187 Wiesbaden


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Das Geld der Dichter in Goethezeit und Romantik

71 biografische Skizzen über Einkommen und Auskommen

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inkl. MwSt.

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Beschreibung

Zeit für einen Kassensturz: Waren die Poeten früher wirklich arm? Ließ sich in der Romantik etwa Geld mit Gedichten verdienen? Der Frankfurter Historiker Frank Berger ist diesen Fragen nachgegangen. Nach jahrelanger akribischer Forschungsarbeit erzählt er aus Briefen, Tagebüchern und anderen Quellen und berichtet über die finanziellen Angelegenheiten von über 70 Dichtern, Komponisten und anderen Künstlern aus der Zeit der Romantik. Ergänzend dazu hat er aufgrund umfangreicher Berechnungen erstmals die Grundlage dafür geschaffen, Geldbeträge des frühen 19. Jahrhunderts mit denjenigen der heutigen Zeit zu vergleichen - eine Pionierarbeit. Absolut lesenswert.

Leseprobe

Nach bestandenem Examen im Jahr 1790 wurde Hölderlin nicht, wie beabsichtigt, Pfarrer, sondern Hauslehrer mit vier Anstellungen. Bei seiner ersten Stellung bekam er nur 5 Gulden im Monat. Es entstanden bis Juni 1793 Schulden in Höhe von 157 Gulden, welche die Mutter im November des Jahres beglich. Seine bestbezahlte Stellung als Hauslehrer hatte Hölderlin in Frankfurt bei der Familie des Kaufmanns Jacob Friedrich Gontard. 1795 wurde er für drei Jahre bei 400 Gulden Jahreseinkommen eingestellt und war sehr zufrieden damit. Bei diesem Gehalt konnte er sich vorstellen, im Jahr 200 Gulden zu sparen, um damit dem Bruder Carl das Studium zu ermöglichen. Der Mutter wäre das zu teuer gewesen, und so schickte sie den nachgeborenen Sohn nur in eine Lehre, wobei Carl bis zu seiner Heirat 1804 der Mutter genau aufgelistete 968 Gulden kostete. Beim Abschied von der Familie Gontard verfügte Hölderlin über eine kleine Barschaft von 500 Gulden. 'Mit fünfhundert Gulden, glaub ich, ist man in jedem Orte der Welt, der nicht so teuer ist wie Frankfurt, wenigstens auf ein Jahr von ökonomischer Seite völlig gesichert' (Hölderlin an die Mutter, September 1798). Er zog von Frankfurt in die nahegelegene Stadt Homburg im Taunus, wo er jährlich nur 70 Gulden für Zimmer, Bedienung und Wäsche benötigte. Sein Mittagessen kostete 16 Kreuzer. Abends war er es gewohnt, nur Tee zu trinken und Obst zu essen.